Die Zeiten der Schattenlänge
Unterschiedliche Tages- und Jahreszeiten führen zu unterschiedlichen Schattenlängen.
 
Es muss bestimmte Schlüsseltage im Jahr geben, die einen direkten Vergleich mit der Schattenlänge der Königselle erlauben. Auch an verschiedenen Orten auf der Nordhalbkugel unserer Erde muss die Schattenlänge mit dem Maß der Königselle vergleichbar sein.
 
Wir kennen 4 Schlüsseltage. Wir kennen den Frühlingsanfang, den Sommeranfang, den Herbstanfang und den Winteranfang. Wie man sieht, handelt es sich um den Beginn einer bestimmten Periode. Auf den Sommeranfang folgt der Hochsommer, der mit dem Herbstanfang endet.
 
In der keltischen Kultur sind noch 4 weitere Schlüsseltage bekannt. Sie liegen genau in der Mitte von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die keltischen Schlüsseltage sind Imbolg (Anfang Februar), Beltane (Anfang Mai), Lughnasadh (Anfang August) und Samhain (Anfang November).
 
Diese keltischen Bräuche und Zeiten haben wir teilweise übernommen. Als Beispiel nenne ich hier Maria Lichtmess oder auch den Murmeltiertag Anfang Februar, das Maibaumaufstellen oder das Osterfeuer oder auch die Walpurgisnacht Anfang Mai, das Erntedankfest Anfang August, Helloween oder Allerheiligen Anfang November.
   
Insgesamt kannten die Kelten 8 wichtige Tage. Als Symbol ist auch das Wagenrad mit 8 Speichen bekannt.
 
Die Anfangszeiten unserer bekannten 4 Jahreszeiten sind:
Frühling (20.03.), Sommer (21.06.), Herbst (22.09.), Winter (21.12.).
Unsere 4 Jahreszeiten sind astronomisch abgeleitet.
 
Wir haben die keltischen Feiertage auf den Monatsanfang gelegt:
Imbolg (01.02.), Beltane (01.05.), Lughnasadh (01.08.), Samhain (01.11.).
Für die genauen Daten kann man einen Kalender zu Hilfe nehmen und die Tage zwischen unseren 4 Jahreszeiten abzählen und das Datum für die Mitte der keltischen Feste bestimmen. Natürlich können Sie auch ein Tabellenkalkulationsprogramm zur Berechnung verwenden. Die keltischen Schlüsseltage für die 4 Zwischenzeiten sind
Imbolg (04.02.), Beltane (05.05.), Lughnasadh (06.08.), Samhain (05.11.).
 
Die Schlüsseltage für die Bestimmung der Sonnenauf- und -untergänge sind nun bekannt. Der Mittagshöchststand der Sonne an diesen Schlüsseltagen wird nun für die Berechnung der Schattenlänge verwendet.
 
Nun muss noch die Messgenauigkeit betrachtet werden. Hochgenaue Messungen sind mit Steinsetzungen nicht möglich. Hier wird nicht auf Bruchteile eines Grades genau gemessen. Ebenso sind zeitliche Ereignisse im Sekundenbereich irrelevant. Wenn wir die 365 Tage eines Jahres durch 8 Schlüsseltage teilen, erhalten wir einen Teiler von 46,6. Hier ist nichts von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang abhängig. Interessant ist nur die Position am Boden der auf- und untergehenden Sonne. Für die Bestimmung der Schattenlänge gilt der Mittagshöchststand der Sonne.
 
Welche Messgenauigkeit ist zu erwarten? Bei Steinsetzungen ist die kleinste Einheit die einzelne Steinbreite. Dies muss für Beobachtungen in prähistorischer Zeit völlig ausreichend gewesen sein. Verwertbare Ergebnisse müssen mit Steinsetzungen möglich gewesen sein. Die genaue Position eines Sonnenauf- und -untergangs kann mit einem Stein am Boden in ca. 15 m - 20 m Entfernung markiert werden. Der tägliche Abstand zur nächsten Steinsetzung scheint in prähistorischer Zeit ausreichend groß gewesen zu sein. Bei den Sonnenwenden bleibt die Sonne bis zu 3 Tage am Boden stehen. Die Sonne kommt zum Stillstand (Sonnenwende) und kehrt langsam ihre Richtung um.
 
Trotz dieser ungünstigen Umstände bezüglich der genauen Zeiteinteilung und der in prähistorischer Zeit verwendeten Steinbreite ist eine korrekte Längenbestimmung des Schattens an verschiedenen Orten auf der Nordhalbkugel der Erde wünschenswert.
 
Jetzt denken Sie, dass die Auswertung im Ergebnis sehr ungenau wird.
 
Glauben Sie mir, ganz im Gegenteil...
 
Ich gebe die Messgenauigkeit, bezogen auf die Schattenlänge, mit weniger als +/- 1 cm an. Das ergibt eine sehr genaue Sonnenuhr.
 
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